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RakonitzâProtivĂner Bahn
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Die RakonitzâProtivĂner Bahn, auch RakonitzâProtivĂner Staatsbahn war eine Eisenbahn im heutigen Tschechien, die vom österreichischen Staat zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie erbaut wurde. UrsprĂŒnglich sollte sie einen Teil der Böhmischen SĂŒdwestbahn von Liebenau nach Kuschwarda bilden.
Contents
âą Geschichte
âą Die Strecken
âą ZdicâProtivĂn
âą Lokomotiven
âą Literatur
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Die RakonitzâProtivĂner Bahn ist ein TeilstĂŒck der ursprĂŒnglich geplanten Strecke von Liebenau nach Kuschwarda. Dieses Bahnprojekt war aus mehreren kleineren Projekten in Böhmen hervorgegangen. Das erste diesbezĂŒgliche Projekt war die Linie Böhmisch-LeipaâLiebenau, fĂŒr das am 10. April 1865 die Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten erteilt wurde. FĂŒr das zweite Projekt von der bayerischen Grenze bei Kuschwarda bis Strakonic bewarb sich FĂŒrst Adolf zu Schwarzenberg. Die zugehörige Vorkonzession wurde am 25. Februar 1868 erteilt. Am 25. Februar 1869 erhielt Ernst Mayer, BĂŒrgermeister von Prachatic, ebenfalls die Vorkonzession fĂŒr eine Eisenbahn von der bayerischen Grenze ĂŒber Wallern, PĂsek und PĆĂbram bis zur Böhmischen Westbahn bei Zdic oder HoĆovic und weiter bis zur BuschtÄhrader Eisenbahn (BEB). Diesen gröĂeren Projekten folgten noch kleinere etwa fĂŒr eine Linie von Lobositz nach Liebenau, fĂŒr LobositzâRakonitz sowie fĂŒr weitere Linien im sĂŒdwestlichen Böhmen.
1872 wurden die wichtigsten Linien zum Projekt Liebenau-Kuschwarda mit Abzweigungen zusammengefasst. Mit Concessionsurkunde vom 8. Oktober 1872, fĂŒr eine Locomotiv-Eisenbahn von Liebenau nach Kuschwarda nebst FlĂŒgelbahnencite-ref-1[1] wurde Joseph Adolph FĂŒrst und Erbprinz zu Schwarzenberg sowie drei weiteren Persönlichkeiten das Recht erteilt zum Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Liebenau ĂŒber Böhmisch-Leipa, Leitmeritz, Postelberg, Rakonitz, Beraun, Przibram, Brzesnitz und nach Pisek zum Anschlusse an die Kaiser Franz Josephsbahn in RaÄic oder Protivin nebst FlĂŒgelbahnen von Postelberg nach Komotau, von Reichstadt oder Böhmisch-Leipa in der Richtung ĂŒber Zwickau und Gabel gegen Zittau und von Brzesnitz ĂŒber Strakonitz, Wollin und Winterberg bis an die böhmisch-bayerische GrĂ€nze bei Kuschwarda mit der Richtung gegen Passau. Die GesamtlĂ€nge ergab sich zu ca. 516 km.
Die KonzessionĂ€re lieĂen zunĂ€chst nur ein Detailprojekt Rakonitz-ProtivĂn ausarbeiten. Durch den GrĂŒnderkrach 1873 und die dadurch ausgelöste finanzielle Krise konnten jedoch die fĂŒr den Bau notwendigen Geldmittel nicht aufgetrieben werden. Am 16. Mai 1874 wurde schlieĂlich die k.k. Regierung per Gesetz ermĂ€chtigt, die Teilstrecke RakonitzâPĆĂbramâProtivĂn auf Staatskosten zu bauen.
Die Bauvergabe erfolgte gegen einen Betrag von 11,373.000 fl. an die Bauunternehmung Carl Freiherr von Schwarz, die die BauausfĂŒhrung der Bauunternehmung J. Muzika & Comp. ĂŒberlieĂ. Der Bau begann am 15. Juni 1874. Der Höchststand der am Bau beschĂ€ftigten Arbeiter war 12.004; auĂerdem waren bis zu 835 Zugtiere in Verwendung.
Die an den Endstellen der beiden Teilstrecken gelegenen Bahnhöfe und Bahnanlagen wurden im Zuge des Baues der RakonitzâProtivĂner Bahn entsprechend erweitert bzw. neu errichtet.
Der Betrieb wurde vom Tag der Eröffnung bis zum 31. Dezember 1876 von der Dux-Bodenbacher Eisenbahn, vom 1. JĂ€nner 1877 bis zum 28. Februar 1877 von der Aussig-Teplitzer Eisenbahn, vom 1. MĂ€rz 1877 bis 31. Dezember 1883 von der Böhmischen Westbahn gefĂŒhrt. Mit GrĂŒndung der k.k. Staatsbahnen (kkStB) am 1. JĂ€nner 1884 fĂŒhrten diese den Betrieb selbst.
Mit der GrĂŒndung der Tschechoslowakei im Oktober 1919 wurden kam die Rakonitz-ProtivĂner Bahn zu den neu gegrĂŒndeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ÄSD). Heute gehören die Strecken zum Netz des tschechischen staatlichen Infrastrukturbetreibers SprĂĄva ĆŸelezniÄnĂ dopravnĂ cesty (SĆœDC).
Die Strecken
RakonitzâBeraun
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Hauptartikel
:
Bahnstrecke BerounâRakovnĂk
Die am 30. April 1876cite-ref-2[2] eröffnete Bahn erschloss das Kohlevorkommen des Rakonitzer Beckens sowie die FĂŒrstenbergschen und Lobkowitzschen WĂ€lder, sie erleichterte den An- und Abtransport von GĂŒtern fĂŒr die Eisenwerke in Alt- und NeuhĂŒtten sowie fĂŒr die FĂŒrstenbergschen Eisenwerke in Roztoky u KĆivoklĂĄtu (frĂŒher Roztok). Die Burg PĂŒrglitz (KĆivoklĂĄt) belebte als beliebtes Ausflugsziel der Prager den Personenverkehr.
Die Strecke zweigt bei Rakonitz sĂŒdlich von der BuschtÄhrader Eisenbahn ab und folgt zunĂ€chst dem Hang des Rakonitzbaches. Bis MÄsteÄko (frĂŒher Stadtl) ĂŒbersetzt die Bahn den Rakonitzbach viermal, jeweils auf eisernen 40 m langen BrĂŒcken. Die zahlreichen Serpentinen des Baches bedingen auch einen kurvenreichen Verlauf der Bahnstrecke, obwohl beim Bahnbau der Bach mehrfach reguliert wurde, um einen einfacheren Trassenverlauf zu ermöglichen. DarĂŒber hinaus musste bei Chlum u RakovnĂka ein Tunnel errichtet werden.
Von MÄsteÄko an ist das Tal eng und stark gewunden, sodass sich auf der Bahnstrecke Tunnel, DĂ€mme, StraĂen- und Bachregulierungen abwechseln. Die Bahn erreicht eine Höhe von 13 m ĂŒber der Talsohle und ĂŒberbrĂŒckt den Beraunfluss bei der EinmĂŒndung des Rakonitzbaches mit einer vierfeldrigen insgesamt 190 m langen eisenern BrĂŒcke, die in einem Bogen mit Radius von 275 m liegt.
Von der kurz darauf folgenden Station Roztoky u KĆivoklĂĄtu (frĂŒher Station PĂŒrglitz) bis Beraun folgt die Bahn dem Tal des Beraunflusses, den sie noch zweimal ĂŒbersetzt: einmal bei Ćœloukovice und kurz vor Beraun noch einmal. Obwohl das GefĂ€lle des Beraun-Tales weniger stark als das des Rakonitzbaches ist, mussten dennoch zahlreiche Flussregulierungen und Uferschutzbauten errichtet werden. Die BrĂŒcke bei Ćœloukovice hat eine LĂ€nge von 186 m, die bei Beraun 230 m.
In Beraun endet die nördliche Strecke der Bahn.
Die Verbindung zum sĂŒdlichen Teil erfolgt ĂŒber die Strecke der Böhmischen Westbahn Prag-Pilsen.
ZdicâProtivĂn
â
Hauptartikel
:
Bahnstrecke ProtivĂnâZdice
Wichtigster Frachtkunde der sĂŒdlichen Strecke war das k.k. Montanwerk in PĆĂbram, welches mit Kohle, Koks, Holz und anderen Rohstoffen versorgt wurde. Auch als Wallfahrtsort war PĆĂbram fĂŒr den Personenverkehr der Rakonitz-Protiviner Bahn bedeutsam.
Vom Gemeinschaftsbahnhof mit der Böhmischen Westbahn in Zdic aus folgt die Bahn dem linken Ufer der Litavka, die sie nach der Station Lochovice ĂŒberbrĂŒckt. Den nun folgenden FlusskrĂŒmmungen folgt die Bahnstrecke, wobei mehrfach VorsprĂŒnge durchschnitten, BergstĂŒrzen ausgewichen und der Fluss verdrĂ€ngt wird. Vor Jince wird erneut die Litava ĂŒbersetzt.
Bis PĆĂbram hat die Bahn nun den Charakter einer HĂŒgellandbahn, sodass Einschnitte und DĂ€mme rasch aufeinander folgen. Nach PĆĂbram steigt die Bahnstrecke mit maximal 12,5 â° und ĂŒberschreitet in einem 7 m tiefen Satteleinschnitt die Wasserscheide zwischen Litava und VlÄava auf einer Höhe von 557,91 m ĂŒ. A. Die Strecke fĂ€llt nun relativ rasch und wieder mit 12,5 â° ĂŒber MilĂn nach Tochovice, erklimmt einen kleinen BergrĂŒcken und erreicht dem östlichen Ufer der VlÄava folgend BĆeznice. Die Bahn ĂŒberbrĂŒckt die VlÄava, hat nunmehr wieder Tal-Charakter und kommt nach Mirovice. Bis Äimelice waren keine nennenswerten Kunstbauten notwendig.
Nun erreicht die Strecke das Tal der Blanice, die sie auf 30 und 20 m langen BrĂŒcken ĂŒbersetzt, und erreicht ihre Endstation in ProtivĂn, die den Anschluss an die Kaiser Franz Joseph-Bahn herstellt.
Lokomotiven
Die RakonitzâProtivĂner Bahn beschaffte 1875/76 zwölf eigene Schlepptender-Lokomotiven, die 1884 in das Bezeichnungsschema der kkStB ĂŒbernommen wurden. Die Maschinen hatten die Bahnnummern 201â212 und die Namen BERAUN, BĆEZNIC, MILIN, MIROVIC, PISEK, PĆIBRAM, PROTIWIN, PĂRGLITZ, RAKONITZ, ZDIC, ALTHĂTTEN und STADTL. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die noch vorhandenen, ehemaligen Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn zur Polnischen Staatsbahn (PKP), die sie ausschied, ohne ihnen eine eigene Reihennummer zuzuordnen.
| Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn | Lokomotiven der RakonitzâProtivĂner Bahn |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bahn-Nr. | Anzahl | Hersteller | Baujahr | Bauart | kkStB -Nr. | PKP | |
| 201â212 | 12 | StEG (3), Floridsdorf (2), Wr. Neustadt (7) | 1875 | C n2 | BP I 201â212 (ab 1884) 37.01â12 (ab 1885) 32.13â24 (ab 1892) | 32ö | |
Am 30. Juni 1914 waren Lokomotiven folgender kkStB-Reihen im Heizhaus Rakonitz stationiert: 4 (9 StĂŒck), 24 (1 StĂŒck), 229 (11 StĂŒck), 35 (2 StĂŒck), 50 (5 StĂŒck), 56 (12 StĂŒck), 59 (20 StĂŒck), 73 (11 StĂŒck) und 97 (2 StĂŒck). AuĂer denen der Reihe 229 waren das alles Lokomotiven, die ihren Ursprung (erstes Baujahr) 25 bis 50 Jahre davor hatten, woraus man schlieĂen kann, dass die RakonitzâProtivĂner Bahn zu dieser Zeit eher ein unwichtiges Lokalbahndasein fristete.
Literatur
⹠Lokomotiv-Typen der k.k. landesbef. Maschinen-Fabrik in Wien der priv. österreichisch-ungarischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft. M. Engel & Sohn, k.k. Hof-Buchdruckerei und Hof-Lithographie, Wien, 1888.
⹠Verzeichnis der Lokomotiven, Tender, Wasserwagen und Triebwagen der k. k. österreichischen Staatsbahnen und der vom Staate betriebenen Privatbahnen nach dem Stande vom 30. Juni 1917. 14. Auflage, Verlag der k. k. österreichischen Staatsbahnen, Wien, 1918.
âą Karl Gölsdorf: Lokomotivbau in Alt-Ăsterreich 1837â1918. Verlag Slezak, 1978. ISBN 3-900134-40-5.
âą (Julius Lott): Statistischer Bericht ĂŒber den Bau der RakonitzâProtivĂner Staatsbahn. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien, 1879.
⹠Bernhard Neuner: Bibliographie der österreichischen Eisenbahnliteratur von den AnfÀngen bis 1918. 3 BÀnde, Walter Drews Verlag, Wien, 2002, ISBN 3-901949-00-3.
âą Johann Stocklausner: Dampfbetrieb in Alt-Ăsterreich. Verlag Slezak, Wien, 1979, ISBN 3-900134-41-3.
Einzelnachweise